4×4 Abenteuerreise: Ein Tag in der Mongolei

von | Apr 13, 2020

Mongolei September 2014

Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und Kälte breitet sich aus. Zeit, die lange Unterhose und das dritte paar Socken anzuziehen. Wir sind jetzt schon 2 Wochen unterwegs, jeden Abend dasselbe Spiel. Und noch immer wirken die Socken und die Hose aus Merinowolle wie frisch aus der Wäsche genommen. Es ist immer wieder faszinierend, wie gut die natürliche Faser funktioniert.

Mit warmen Füßen, das wichtigste bei kalten Temperaturen, gehen wir daran, das Abendessen zu bereiten. Holz gibt es in der Mongolei wenig, es ist September und das Thermometer nähert sich der Null-Grad Grenze.

Der seit Jahrzehnten bewährte 2-flamm-Benzinkocher leistet bei diesen Bedingungen gute Dienste. Schon bald bruzelt das am letzten Markt gekaufte Fleisch in der Pfanne – uns läuft schon das Wasser aus Vorfreude im Mund zusammen.

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Natürliche und artgerechte Tierhaltung ist in der Mongolei kein Thema

Die Tiere ziehen Ihr ganzes Leben auf nicht eingezäunten Weideflächen umher und fressen würzige Gräser. Ein erfahrener Mongole kann am Geschmack des Fleisches erkennen, woher das Schaf, die Ziege, das Yak, Rind, Pferd oder Kamel stammt, das auf dem Speiseplan steht.

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In der Nacht sinkt die Temperatur tief unter den Gefrierpunkt.

Nach dem köstlichen Mahl und einer letzten Tasse heißen Tees verziehen wir uns bald in unsere Schlafsäcke, denn die Temperaturen sind mittlerweile auf Minus 5 Grad gefallen. Wir schlafen im Fahrzeug, ebenso Martin, der Fahrer des zweiten Fahrzeuges. Sein Beifahrer Ernst im Zelt.

Wir befinden uns im Norden der Mongolei und erwarten in der Nacht Temperaturen um die minus 10 bis 15 Grad. Mit den Daunenschlafsäcken sind wir gut gerüstet. Für Ernst im Zelt ist aber auch eine besonders gut isolierende Matte für einen guten Schlaf notwendig, denn der Zeltboden hält die Kälte der Erde nur minimal auf.

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Unser Lebensrhytmus wird von der Natur bestimmt

Nach gut 2 Wochen ist unser Lebensrhythmus bereits an die Natur angepasst. Kurz nach Sonnenuntergang schlafen gehen, von den ersten Sonnenstrahlen wecken lassen.

Der September ist zum Glück ein recht wetterbeständiger Monat in der Mongolei und wir haben meist Sonnenschein in der Früh. Auch jetzt bewährt sich das „Zwiebelprinzip“. Aus dem Fahrzeug steigen wir mit 4 Schichten Bekleidung. Gut atmend sollten sie sein, damit sich nicht irgendwo zwischen den Lagen die ausdünstete Körperwärme staut und man zum Schwitzen beginnt. Denn Feuchtigkeit können wir bei diesen Witterungen nicht brauchen.

Während des Frühstücks kehren unsere Lebensgeister proportional mit den Sonnenstrahlen zurück.

Auch die Scheiben unseres Fahrzeuges, die innen mit einer dünnen Eisschicht überzogen waren, trocknen ebenso wie das Zelt von Ernst. Beim Zusammenpacken können wir bereits die erste Schicht ablegen.

Zu Mittag im golden gefärbten Lärchenwald folgt die Nächste. Lärchen verlieren im Herbst ihre Nadeln. Stellt Euch einen mit goldenen Nadeln bedeckten Waldboden vor, ihr zieht Eure Schuhe und Socken aus und berührt mit den nackten Füßen den weichen Boden und habt das Gefühl, auf einen Teppich zu stehen.

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Unser Schlafplatz sollte windgeschützt sein.

Zirka 1 1/2 Stunden vor Sonnenuntergang versuchen wir einen geeigneten Schlafplatz zu finden. In der weiten Landschaft genügend freie Fläche zu finden, ist kein Problem. Wichtig ist aber ein wenig Windschutz, eiskalt bläst der Wind oft über die weiten Ebenen. Ab und zu helfen wir uns mit einem Tarp als Windfang oder an den wenigen Schlechtwettertagen zum Schutz vor den Regentropfen.

Und wieder neigt sich ein so typischer Tag in der Mongolei dem Ende zu.

Unser Tipp: In der Mongolei musst Du mit allem rechnen. Wir haben die Mongolei bereits dreimal bereist, immer im September. Einmal hatten wir Temperaturen bis zu 30 Grad, einmal in der Nacht bis Minus 15 Grad und untertags um die Null Grad. Und das letzte Mal sehr viel Regen.

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