Abenteuerurlaub abseits ausgetretener Pfade

von | Aug 27, 2020

Warum werden ausgetretene Pfade verlassen

Das Ziel vieler Abenteuerreisenden ist es, die Pfade zu verlassen, auf denen sich alle bewegen. Egal ob zu Fuß, mit dem Van oder VW-Bus oder dem ausgebauten Expeditionsfahrzeug.

Was ist aber der Beweggrund?

  • Land und Leute in ihrer Ursprünglichkeit erleben
  • Reisen ohne „Hosenträger“: Die Herausforderung abseits von Zivilisation, auf sich alleine gestellt und für sich selbst verantwortlich zu sein
  • Action pur: Abseits asphaltierter Straßen schwierigste Routen zu befahren ohne dabei die Umwelt oder sein Fahrzeug zu zerstören

Auf unseren Reisen ist es meist eine Mischung aus allem, aber der Hauptbeweggrund ist es nach wie vor, die Menschen in ihrer natürlichen Lebensweise kennen zu lernen.

Tee bei Freunden in Marokko

Wie weit muss man reisen, um ausgetretene Pfade verlassen zu können?

Europa bietet viele Möglichkeiten, sich ein wenig abseits der Touristenpfade zu halten. Nehmen wir als Beispiel Rumänien. Verlassen wir die Hauptstraße zu den Moldawischen Klöstern, dem lachenden Friedhof, das Donaudelta, die „Rote Schlucht“ ….. , zweigen wir auf kleine Nebenstraßen ab, vielleicht auf Schotterwege – für beides brauche ich noch kein Allrad-Fahrzeug – oder ich folge Holzrückwegen. Die Häuser weichen zurück, werden weniger. Felder und Weiden wechseln sich ab. Die Wälder werden dichter. Man erwartet nahezu, dass eine Wolfschnauze hinter dem nächsten Baum hervorschaut.

Hütte_Senner

Schafskäse direkt vom Senner

Dann eine Lichtung, ein kleines Haus mit überdachter Terrasse zum gemütlichen Zusammensitzen einer Großfamilie. Die fertigen Schafskäseleiber hängen an Holzgestellen. Wir steigen aus, begrüßen die Hausherren. Trotz unterschiedlicher Sprache werden wir zu einer kleinen Jause geladen. Den Schnaps lehnen wir zwar höflich ab, wir müssen ja noch weiter fahren, was aber der netten Athmosphäre nicht schadet. Zu guter Letzt fragen wir den Bauern, ob wir ihm ein Stück Käse abkaufen können – wir sind eine größere Gruppe, allen hat der Käse geschmeckt. Er entschuldigt sich dafür, dass er uns nur 2 Laiber verkaufen kann, den Rest braucht er für seine Familie.

Käse vom Senner

Diese Geschichte kann man beliebig nach Albanien, nach Griechenland, Italien oder in den Norden Europas verlagern.

Pferde trennen Spreu von Weizen

Ich möchte noch eine zweite Begegnung hervorheben, diesmal in Marokko. Es war Sommer. Wir durchquerten den Atlas abseits der Hauptstrecken. Wir turnen eine schmale relativ gut befahrbare Piste einen Berg empor. Schon auf der gesamten Strecke haben wir Arbeiter auf den Feldern gesehen. Das Korn wurde geschnitten und zusammengepackt. Auf runden freien Flächen werden 6 Pferde nebeneinander an einen Stock gebunden und im Kreis über das abgeerntete Getreide geführt. So trennen sie mit ihren Hufen Spreu von Weizen.

Spreu von Weizen trennen

Erntehelfer aus Österreich

Und dann eine schmale Stelle auf der Piste, wo wir kurz anhalten mussten. Am Feld neben uns stopft eine Berberfamilie geschnittenes Korn in große Säcke und binden diese zu. Geduldig warten 2 Eseln, um beladen zu werden.

Wir begrüßen einander durch Kopfnicken und Lächeln, dann prasselt ein Schwall Worte auf uns hernieder, den wir leider nicht verstehen. Eindeutiger waren die Gesten der älteren Frau. Nicht ganz ernst meint sie: „Kommt steigt aus und helft uns!“ – so haben wir sie zumindest interpretiert.

Ihr Staunen war dann groß, als wir tatsächlich den Motor abstellten und mit anpackten. Ein breites Grinsen zog sich über ihre Gesichter. Der Sack wurde sofort noch einmal geöffnet und noch mehr Korn hineingestopft. Ich fragte höflich, ob ich filmen dürfte – kein Problem bei den Berbern.

Sack vollstopfen

Respekt für das Leben in Marokko

Mit vereinten Kräften wurde der riesige Sack in die Höhe gestemmt und am Maultier platziert. Dieser scheint es gewohnt zu sein, rückte er doch keinen Millimeter auf die Seite. Schwieriger war es schon, den Sack so zu platzieren, dass das Gewicht gleichmäßig auf dem Rücken des Maultieres verteilt war. Mit Gurten festziehen und schon war das Korn zum Abtransport bereit.

Während der Arbeit wurde viel gelacht und gescherzt – ich denke unsere Hilfe war sicher nicht notwendig. Aber wir konnten durch unsere „Mithilfe“ als „Gäste“ in diesem Land, einen Teil für den gegenseitigen Respekt zeigen.

Sack auf Esel heben

Diskussionsrunde

Und so könnte ich noch viele Begegnungen aufzählen. Verfolgt auch unsere Beiträge 30 Jahre Nordafrika (Teil1 und Teil2 sind schon Online). Dort werde ich noch mehr Geschichten erzählen.

Abenteuerreisen in ferne Länder beeinflusst auf jeden Fall die dort lebenden Menschen. Ob gut oder schlecht möchte ich jetzt nicht erörtern. Auf den VAN-Days bieten wir eine Diskussionsplattform für dieses Thema nach unserem Vortrag: „2 Faces of Morroco“ am Freitag um 13 Uhr.

Näher Infos zum Programm …..

Vortrag Marokko

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