Baden in Afrika

von | Dez 31, 2019

Text & Bilder: Martin Friedl

Strandurlaub ist nicht so meines, dennoch gehen wir öfters baden in Afrika. Mal ist eine Furt zu tief, oder zu lang, oder der Schnorchel wurde nicht montiert, weil man dachte das wird sich schon ausgehen. Also schwimmen sie davon die Träume von der Weiterfahrt. So wie damals in Gabun, beim „Drama von Sete Cama“. Momente in denen man froh ist, wenn wenigstens der Ausrüster-Shop bei dem man seit Jahren einkauft über ein fundiertes Reise-KnowHow verfügt. Denn es ist schon angenehm in solchen Situationen zu sehen, dass zwar alles Gepäck im Auto unter Wasser steht, das Satellitentelefon aber trotzdem noch funktioniert, weil es im wasserdichten Beutel verstaut ist. Das Satellitentelefon das wir jetzt wirklich dringend brauchen, um den Mechanikerfreund Michi anzurufen, wie man denn das Wasser wieder aus den Zylindern herausbekommt, und wie man die festgerostete Kupplung wieder löst – wir standen ja doch etwas länger in der pittoresken Furt.

Und als wir da so Stück für Stück unsere komplette Reiseausrüstung zum Trocknen auflegen und aufhängen, fällt mir erstmals auf wieviele Teile ich schon gekauft habe in der Hütteldorferstraße, manch gutes Stück vor 20 oder 25 Jahren. Unglaublich wie lange das hält, und trotzdem noch immer funktioniert. Der Campingtisch, der Autokompass (gekauft als es noch kein GPS-Gerät gab), die Wüstenstiefel (die ich neulich nach 19 Jahren erstmals habe neu besohlen lassen), die Bratpfanne, das Tarp und vieles mehr.

Manches davon gibt es auch im Baumarkt, vor allem die banalen Dinge wie Ast-Säge, Klapp-Spaten und Stirnlampe, und noch billiger sicher über’s Internet. Ich kaufe aber auch diese banalen Ausrüstungsgegenstände aus Prinzip lieber bei Hof&Turecek, denn wenn wir nur die Spezial-Teile beim Spezialisten kaufen, dann wird es den Spezialisten bald irgendwann nicht mehr geben. Das ist es mir wert, auf der sicheren Seite zu sein, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht oder der Schlamm bis zur Hüfte. Und da müssen die am Tresen dann einfach durch, wenn ich die Fiskars-Säge mit dem neuen extra-längeren Sägeblatt von Klaudia eigens bestellen lasse, weil ich neulich im Bauhaus gesehen habe, dass es das auch gibt.

Jö, die nassen Dollar-Scheine auf der Wäscheleine sind endlich trocken, und auch die 400 Seiten Werkstatt-Handbuch die ich in der Wiese zum Trocknen aufgelegt habe: Wir können weiterfahren!

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