Immer wieder Buschmechanik

von | Dez 29, 2019

Text: Klaudia Piskorz

Irgendwann in Tunesien

Beim Brunnen Ain Esbat stechen wir nach Westen in die Dünen. Der Sand ist aufgrund der Windrichtung weich, ein paar Spuren, die wir finden, kommen alle vom Westen und verlassen die Dünen auf diesem Weg. Unsere Route über den Guer el Midas zum Lac Rochette ist somit schwieriger zu befahren, aber nach 3 Tagen sind wir am Ziel.

Ain Esbat – Guel Midas

Lac Rochette – Timbaine – en direct

Nach einem Tag relaxen am Lac Rochette – dem roten See – und köstlichen Brick’s im Cafe machen wir uns auf den Weg zu uns unbekannten Gefilden – auf direktem Weg vom See nach Norden zum Timbaine. Diesmal sind wir mit der vorherrschenden Windrichtung in der „richtigen“ Richtung unterwegs.

Zunächst folgen wir frischen Spuren, wodurch wir wesentlich schneller voran kommen. Am Ende des ersten Tages ändert sich aber das Wetter schlagartig. Wind zieht auf und wir erleben in der Nacht einen heftigen Sturm. Am nächsten Tag gibt es keine Spuren mehr. Die Orientierung ist ja nicht wirklich schwierig: Folge der Hauptrichtung Nord. In dieser Gegend bestehen aber die Dünen aus vielen kleinen Kesseln, die sehr verschachtelt angelegt sind. Und die Gefahr besteht darin, den leichteren Weg zu folgen und sich dann im Kesselgewirr zu verfahren.

Nur nicht in den falschen Kessel fahren

Die Suche nach dem geeigneten Weg wird immer schwieriger

Die schlechte Bodensicht erschwert aber auch die Suche nach der geeigneten Überfahrt. Und hat man sie einmal gefunden, sind die eigenen Spuren nach ein paar Minuten kaum mehr zu sehen. Dann kommt die letzte große Düne, ca. 3 km vom Timbaine entfernt. Wir sind etwas westlicher als die leichteste Route, da wir in einen der schönsten Kessel dieser Gegend gefahren sind. Dies ist eine Variante die eher von Nord nach Süd, also zum See, befahren wird. Die letzte Düne hat es in dieser Richtung daher auch in sich. Nach einigem Suchen finden wir eine schwierige, aber zu bewältigende Auffahr

Spurensuche

Die letzte Auffahrt wird uns zum Verhängnis

Mit unserem Landcruiser HZJ78 sind wir die ersten und kurz vor unserem ersten Zwischenstopp auf einem kleinen Plateau hebt bei einer harmlosen Rechtskurve das rechte Vorderrad ab und danach knickte der Landcruiser nach links ein. Ein Blick unter das Fahrzeug und dann die Diagnose: 5 von 6 Federblätter sind durchgebrochen, das Tragblatt war geknickt aber noch ganz.

 

Guter Rat ist teuer

Zunächst folgte der Rest der Gruppe bis zum Plateau das zum Nachtlager erkoren wird. Zum Glück ist uns der Wettergott gnädig und lässt den Wind am Abend einschlafen.

Trotz der Umstände ein überwältigender Schlafplatz

Feldreparatur bis spät in die Nacht

Dann geht es ans Reparieren. Feder fixieren (Bügel aus Flacheisen und Schrauben, mit Gurten bandagieren), Einbau einer „Luftfederung“, um die Stöße auf die Feder abzudämpfen (2 Reifenschläuche) und Fixierung der Achse für den Fall der Fälle. – Klingt einfach, wenn man weiß, was zu tun ist und das notwendige Material mitgenommen hat.

Feldreparatur unserer Feder

Am nächsten Morgen geben wir etwas Gepäck an die beiden anderen Fahrzeug ab, um unser Fahrzeug leichter zu machen und suchen uns den möglichst einfachsten Weg aus den Dünen. Wir tragen den Landcruiser förmlich über die letzten Dünenaufahrten zum Timbaine und dort auf Piste zurück nach Douz. Nach 2 Tagen erreichen eine Werkstatt in Douz, wo wir die Feder sicherheitsbhalber für die Heimfahrt reparieren lassen.

 

Werkstatt in Douz

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